Kritik an Rheinwasser-Leitung für Tagebau Hambach
Veröffentlicht: Mittwoch, 26.08.2026 12:22
Das Wasserbündnis Rheinisches Revier warnt vor einer chemischen Belastung des geplanten Sees im Tagebau Hambach durch Rheinwasser. Laut dem Bündnis könnten sogenannte Ewigkeits-Chemikalien über die geplante Zuleitung bis ins Grundwasser gelangen.
Initiative warnt vor Chemikalien in neuem Tagebau-See
Das Wasserbündnis Rheinisches Revier äußert erhebliche Bedenken gegen die geplante Befüllung des Tagebaus Hambach mit Rheinwasser ab dem Jahr 2030. Nach Ansicht der Experten ist das Wasser an der geplanten Entnahmestelle nahe des Chemieparks Dormagen stark mit PFAS, sogenannten Ewigkeits-Chemikalien, belastet. Messdaten des Landes Nordrhein-Westfalen sollen belegen, dass erlaubte Grenzwerte dort regelmäßig und teils deutlich überschritten werden. Das Bündnis befürchtet, dass diese Schadstoffe durch die neue Leitung direkt in das Tagebauloch gepumpt werden könnten. Da das Wasser dort auch versickert, bestehe die Gefahr, dass die Chemikalien langfristig in das Grundwasser gelangen.
Ein zentrales Problem sieht das Wasserbündnis in der Lage der Entnahmestelle, die nur zwei Kilometer hinter dem Abwasserauslass des Chemieparks liegen soll. Laut den Naturschützern vermischt sich das Abwasser im Fluss nicht schnell genug, sondern fließt lange konzentriert am Ufer entlang. Damit würde die Leitung das Wasser genau aus dieser belasteten Zone entnehmen und in das Rheinische Revier transportieren. Das Bündnis fordert deshalb vom Energiekonzern RWE einen sofortigen Baustopp für die Leitung, bis alle Gefahren umfassend untersucht sind. Das Grundwasser sei eine unverzichtbare Reserve für die Trinkwasserversorgung und dürfe nicht gefährdet werden.